FALLING FROM THE SHOULDERS OF GIANTS: COLD FEET

VERANSTALTUNGSPROGRAMM: NOVEMBER 2026
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17. November, 16-20 Uhr in der Digitalvilla
LYRIK-PFLEGE: DIE RÜCKSEITE DER ERINNERUNG
Jutta Petzold – Von der verletzten Oberfläche zum textilen Archiv
Ein Stickworkshop mit Marie Kublik und Frida Teller
Anmeldung: kontakt@verena-voigt-pr.de
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Die Diktatur schreibt sich in Körper und Biografien ein. Doch ihre Spuren lassen sich nicht unmittelbar aus den Körpern herauslesen. Ian Keavenys digitales Porträt Jutta Petzolds macht die Brüchigkeit historischer Rekonstruktion sichtbar. Marie Kublik und Frida Teller übertragen mit dem Konzept der LYRIK-PFLEGE ausgewählte Verse der Schriftstellerin auf historische Stoffe.
Die Nadel durchdringt das Gewebe und hinterlässt eine dauerhafte Spur – wird zur ambivalenten Praxis zwischen Verletzung und Fürsorge. Während auf der Vorderseite lesbare Schrift entsteht, bilden Fadenwege, Knoten und Vernähungen auf der Rückseite eine zweite Ordnung. Hier eröffnet sich ein Resonanzraum zur Glitch Art: Sichtbar werden die gewöhnlich verborgenen Bedingungen der Herstellung.
Die Rückseite dokumentiert nicht Petzolds historische Verletzungen, sondern unsere heutige Annäherung an ihr Werk. Bewahrung bedeutet hier nicht Heilung, sondern die Anerkennung dessen, was sich vollständiger Rekonstruktion und Lesbarkeit entzieht.
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FALLING FROM THE SHOULDERS OF GIANTS: COLD FEET - LONG ARMS
Basierend auf dem Konzept FALLING FROM THE SHOULDERS OF GIANTS (2026-2027) beschäftigen wir uns mit Zusammenhängen von Kunst, Körper, KI & Kosmos, in Verbindung mit Ost-West-Deutscher Identität, Staatssicherheit & Überwachung, sprachlichen wie körperlichen Einschreibungen in Gewaltregimen. Konzeptionell geht es um Recherchen zum Wörterbuch der Staatssicherheit, Kartierungen der Juristischen Hochschule am Campus Golm (1951-1990), insbesondere der Operativen Psychologie. COLD FEET - LONG ARMS ist der Titel eines 2-jährigen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramms.
Das Veranstaltungskonzept schafft und untersucht aktuelle künstlerische Auseinandersetzungen mit künstlicher Intelligenz, Körperbildern, Kontrolle und Erinnerung – vor dem Hintergrund der Geschichte Brandenburgs als Ort der Macht- und Wissensproduktion. Besonderes Augenmerk liegt 2026 auf der Juristischen Hochschule Potsdam (1951–1990), dem zentralen Ausbildungsort der DDR-Staatssicherheit, und dem dort entwickelten Instrumentarium der Operativen Psychologie, das auf Disziplinierung, Steuerung und Destabilisierung von Personen abzielte.
Mit künstlerischen Methoden digitaler und nicht-digitaler Prozesse werden diese historischen Machttechniken heutigen KI-Dominanzen und Kontrollnarrativen gegenübergestellt.
Der Körper als künstliches Konstrukt – historische und digitale Paradigmen
Wie wird der Körper in ideologischen Systemen durch Technologie konstruiert? Die Ausstellung verknüpft aktuelle KI-kritische Positionen mit den Körperkonzepten der DDR-Staatssicherheit, die mittels operativer Psychologie versucht hat, Menschen durch Überwachung, Isolation, Desorientierung und Selbstzweifel zu destabilisieren. In einer Linie mit Schönheitsidealen, digitaler Optimierung und psychologischer Profilbildung der Gegenwart zeigt sich: Der „optimierte“ Mensch bleibt eine politische Projektionsfläche.
Kontrolle durch Sprache – das Wörterbuch der Staatssicherheit als Instrument
Das Wörterbuch der Staatssicherheit offenbart, wie Sprache zur Vernebelung und Legitimation repressiver Maßnahmen genutzt wurde. Es begegnet der KI-generierten Sprache von heute – mit ihren normativen, entkontextualisierten Outputs – in Form künstlerischer Rekonstruktion, Umcodierung und Verfremdung. Die Ausstellung nutzt das Wörterbuch als Textquelle, ästhetisches Objekt, Denkraum für kritische Kunst sowie als Grundlage für Rezitationen und Interventionen im öffentlichen Raum.
Der menschliche Geist unter Extrembedingungen – Operative Psychologie und KI
Inwiefern lassen sich Kontrollmechanismen der DDR-Staatssicherheit mit den unsichtbaren Steuerungsmodellen heutiger Algorithmen vergleichen? Künstlerische Positionen rekonstruieren, irritieren oder „glitchen“ Prozesse, die auf Verhaltensvorhersage, psychologischer Beeinflussung oder Gamification beruhen – damals wie heute.
Eine wichtige Rolle auch in dieser Projektphase spielen die Publikationen der ostdeutschen Schriftstellerin Ines Geipel; gemeinsam wollen wir uns mit der vergessenen Schriftstellerin Jutta Petzold beschäftigen.
Verlorene Körper, verlorene Kontrolle – Techniken der Zersetzung und des Ghostings
Künstler:innen setzen sich mit Dekonstruktionen des Körpers auseinander. Die Jahre 1951-1990 in der DDR zeigen: der Körper war stets auch Überwachungsobjekt und als kulturelles Konstrukt an unterschiedlichen Schnittstellen zu Sport-, Raumfahrt- und Militärmedizin. Parallelen zwischen der Zersetzungstaktik der Stasi und heutigen „Disappearance“-Techniken digitaler Systeme (Shadow Banning, Deplatforming, Deepfakes) werden mit künstlerischen Mitteln untersucht.
Glitch Art als künstlerischer Widerstand – Gegensteuerung durch Störung
Störung wird zur Strategie: In der DDR war sie repressives Mittel der Macht, in der digitalen Gegenwart ein kreatives Prinzip der Gegenwehr. Glitch Art unterwandert Datenströme, hinterfragt KI-Dominanz und setzt alternative Lesarten durch Fragmentierung, Überlagerung und Kontextverschiebung.
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Wir bedanken uns bei unserem wissenschaftlichen Kooperationspartner Digitalvilla in Potsdam am Hedy-Lamarr-Platz, Institut für Wirtschaftsinformatik, Prozesse und Systeme der Universität Potsdam, 14482 Potsdam; insbesondere für die technische, logistische und organisatorische Unterstützung sowie die Zur-Verfügung-Stellung des WI-Braukellers und des InTraLabs.
Besuch der Ausstellung auf Anfrage kontakt(at)verena-voigt-pr.de
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Mit freundlicher Unterstützung von Dr. med. Michael Kassel und Dr. phil. Tilman Engel, Hochschulambulanz, Zentrum für Sportmedizin, Freizeit-, Gesundheits- und Leistungssport, Professur Sportmedizin und Sportorthopädie der Universität. Graphik generiert mit Unterstützung der Plattform NOVEL.
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FALLING FROM THE SHOULDERS OF GIANTS ist ein zweijähriges im Rahmen von "Von hier aus Zukunft – Kulturland Brandenburg 2026/2027" unterstütztes Kunstprojekt. Kulturland Brandenburg ist gefördert durch Mittel des Landes Brandenburg; mit freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen.
DIE GFZK e.V. IST UMGEZOGEN.
https://www.gesellschaft-fuer-zeitgenoessische-konzepte.de
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PUBLIKATIONEN
BOOK No. 1, 2023
GlitchPhenomena.3.0.
A CURATORIAL ESSAY
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BOOK No. 3, 2025
GLITCH: ONTOLOGICAL & EXHAUSTIONS SYSTEM FAILURES
DOCUMENTATION, SPAZJU KREATTIV, VALLETTA, MALTA
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FALLING FROM THE SHOULDERS OF GIANTS: COLD FEET - LONG ARMS (2026/27)
Von hier aus Zukunft 2026/2027. Ein Förderprojekt von Kulturland Brandenburg.
Artists & Activists: Domenico Barra, Michael Betancourt, Aaron Bezzina, Ruth Bianco, Ian Keaveny, Ruppe Koselleck, Katrin Leitner, Bjørn Melhus, Rosa Menkman, Laila Shereen Sakr, Joana Moll & Thomas Scheffer/ Karina Lejeune, Sten Niklas Washausen.
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Moderation/ Konzept: Verena Voigt M.A. GFZK e.V. (Kuratorin)
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Digitalvilla in Potsdam
Hedy-Lamarr-Platz, 14482 Potsdam
Für die Förderungen seit 2023 (als Platform Glitch Aesthetics) bedanken wir uns herzlich bei der STIFTUNG KUNSTFONDS und der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (2023), dem ZeM-Brandenburgische Zentrum für Medienwissenschaften (2023), der Landeshauptstadt Potsdam (2024), dem FU:BAR (2024), dem IKT (seit 2021), dem Spazju Kreattiv (Malta, 2025), dem VDA + VDC (Malta, 2025), dem German Maltese-Circle / Goethe-Institut (Malta, 2025) & Aksioma (Malta, 2025). Den MEDIEN danken wir für die aufmerksame Begleitung des Aufbaus der PLATFORM GLITCH AESTHETICS.
Die PLATFORM GLITCH AESTHETIC konnte im Jahr 2023 mit Hilfe der NEUSTART KULTUR-Förderung "Plattformen der Bildenden Kunst" aus den Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gegründet werden. Das Ausstellungs- und Diskussionsprogramm gab faszinierende Einblicke in die Alchemie der Glitch Art, des Glitch Feminismus und thematisierte Themen wie Algorithmensucht, KI-Detoxifikation und Halluzination. Plattform-Kuratorin ist Verena Voigt M.A.:
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GESELLSCHAFT FÜR ZEITGENÖSSISCHE KONZEPTE e.V.
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Die Gesellschaft für zeitgenössische Konzepte (GFZK e.V.) wurde am 1. Juli 2013 in Kiel gegründet. Seit Oktober 2018 hat der Kunstverein seinen Sitz in Potsdam. Geleitet wird er von der Kuratorin, Kunsthistorikerin und Journalistin Verena Voigt M.A., (Gründungsvorsitzende), gemeinsam mit den Vorständen Angelika Jaros (Berlin) und Christopher Gillen (Gozo). Die GFZK e.V. unterstützt Künstler*innen bei der Entwicklung neuer Produktionen, bindet sie in gesellschaftliche Diskurse ein und erzeugt Netzwerkaktivitäten. Die GFZK e.V. befasst sich mit Aspekten von Nachhaltigkeit und Klimawandel, verstanden als Folge von Risikoketten gesellschaftlicher, politischer und digitaler Verlustszenarien.
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